Ein Interview mit Bernd Kussmaul, Gründer und Inhaber Bernd Kussmaul GmbH für die Pit Lane, dem Kundenmagazin der Dörr Group

Er führt ein mittelständisches Unternehmen in Weinstadt, hat rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und entwickelt und steuert handgefertigte Einzelstücke oder komplexe Serienproduktionen unter anderem für die Automobilindustrie. Nun gut, sagen Sie vielleicht jetzt. Was ist das Besondere daran? Bernd Kussmaul ist Weltmarktführer. Er genießt das Vertrauen von CEOs und wird um seinen Rat gefragt. „Wir sind schon ein wenig stolz, aber in erster Linie dankbar. Nichts ist selbstverständlich in dem Bereich, in dem wir arbeiten“, gibt sich Bernd Kussmaul bescheiden. „Wir durften schon sehr viele coole Projekte machen, aber wir sind nicht abgehoben. Wir machen alles mit Emotion und Leidenschaft.“ Dafür hat er sich Perfektion als absolute Maßgabe gesetzt. Um das zu erreichen, bindet Bernd Kussmaul bei seinen Projekten immer Kernkompetenzen von verschiedensten Seiten ein, holt sich bewusst das Feedback von Kunden und garantiert so einen Zusammenhalt. „Mir geht es in erster Linie nicht ums Geld, sondern um die gemeinsame Umsetzung einer Idee.“

ES BEGANN MIT BUGATTI
Damit teilt er nicht nur die Philosophie der Dörr Group, denn es gibt faktisch viele Anknüpfungspunkte, egal ob McLaren, Pininfarina, Singer, Rimac oder Bugatti. Von der französischen Edelmarke ist Bernd Kussmaul seit rund 20 Jahren Partner. Es ging los mit der Begleitung der Gussteile-Lieferanten für die W16-Motorenentwicklung des Bugatti Veyron. Dann folgte die Umsetzung der metallischen Zierteile. Zunächst eher noch in der Rolle eines Technologie-Consultants, hat Bernd Kussmaul in der Folge dann auf eigenen Wunsch von Bugatti die Rolle des Systempartners übernommen. Das legte den Grundstein für das heutige Unternehmen, die Bernd Kussmaul GmbH.

Bernd Kussmaul bewegt sich grundsätzlich in Nischen. Er bekommt vom Kunden Skizzen und Lastenhefte und setzt diese immer gemeinsam mit dem Kunden und dessen Kernkompetenzen um. Immer mehr wird dem Team auch die Rolle des Lieferanten zuteil, bei Interieurteilen, zusehends auch bei Exterieur, wie Lufthutzen, Tankdeckel oder dem berühmten Hufeisen von Bugatti. „Wir sind sehr stolz, ein Teil von Bugatti zu sein“, so Bernd Kussmaul. „Gemeinsam haben wir ein hohes Wertesystem entwickelt.“

Auch bei der Marke Singer war Bernd Kussmaul von Anfang an involviert. Das Kennenlernen im Büro von Rob Dickinson war ein wenig speziell. Aber es trafen sich zwei CEOs auf Augenhöhe, die eine lockere Art haben, an Dinge heranzugehen, in der Arbeit aber absolute Höchstleistung von sich selbst fordern. „Ich liebe die Präzision, die Perfektion, die kleinen Details. Rob und ich haben mehr als eine Art Kundenkontakt. Wir sind Freunde geworden. Es ist eine tiefe Verbindung entstanden.“ In der Zwischenzeit hat Bernd Kussmaul die Prototypen-Phase des DLS begleitet und baut mittlerweile zusammen mit Singer UK auch die Serienfahrzeuge auf. Das bedeutete, fast 640 Bauteile innerhalb von acht bis zehn Wochen zu liefern. „Geht nicht, gab es nicht. Wir haben immer Alternativen, Lösungen gesucht.“

DAS GEFÜHL ERLEBEN
Schon oft war es der gute persönliche Kontakt, der zu einer erfolgreichen Empfehlung führte. Als beispielsweise der Designer von Rolls-Royce zu McLaren Automotive wechselte, nahm er die vertrauensvolle Beziehung mit. So konnte Bernd Kussmaul seine Fähigkeiten unter anderem beim Speedtail einbringen. „Ich bin ein sehr begeisterungsfähiger Mann, wenn ich sehe, welche Technikfeatures entwickelt wurden. Ein Highlight ist für mich persönlich nach wie vor Bugatti. Das zeigt der Welt, welche Entwicklungsleistung dahinter ist! Technologie und Ingenieursleistung.“

Daran lässt er andere teilhaben. Nicht nur Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die einen Bugatti live erleben sollen, sondern er lädt auch Kunden ein, nach Weinstadt zu kommen. „Einmal war ein Kunde mit einem Bugatti Veyron bei mir, der schon einen Chiron bestellt hatte. Der Zufall wollte es, dass genau diese Bauteile gerade produziert wurden“, erinnert sich Bernd Kussmaul. „So konnte der Kunde selbst daran mitarbeiten. Das hatte solche Emotionen ausgelöst, dass er dann mit seinem Chiron unser Unternehmen besuchte und das Auto voller Begeisterung dem Team gezeigt hatte.“

Die partnerschaftliche Zusammenarbeit geht über alles. Damit sind sich Bernd Kussmaul und Rainer Dörr sehr ähnlich. Sie haben sich vor rund vier Jahren auf Schloss Solitude kennengelernt. „Wir sind beide nach außen hin sehr locker, aber wenn es ums Geschäft geht, da muss alles stimmen“, so Bernd Kussmaul. „Wir haben uns über Jahre in unseren Bereich richtig reingearbeitet, das gilt es zu bewahren. In der Zukunft wird sich viel ändern, aber auch da werden wir eine Lösung finden.“


Wenn er einen Wunsch für die Zukunft hätte? „Ich hatte immer den Traum, ein eigenes Auto zu entwickeln, aber mittlerweile interessiert mich das Thema Mobilität noch mehr. Ich würde gerne verschiedene Kompetenzen, wie beispielsweise Fasern mit technologischen Funktionen, zusammenbringen und in einem neuen Feld umsetzen. Ideen gibt es schon und Motivation ist auch da ... es fehlt nur Zeit.“

Vielen Dank, Bernd Kussmaul, für diesen unglaublich spannenden und emotionalen mitnehmenden Einblick in Ihre Unternehmergeschichte.

www.bernd-kussmaul-gmbh.de

Ihr Ansprechpartner
Top